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Künstliche Intelligenz am HAP Grieshaber Gymnasium

Samstag, 14 Mai 2022

Was ist anders an diesem Mittwochabend Mitte Mai am HAP Grieshaber Gymnasium? Beim Betreten des Rundlings spürt man bereits eine gewisse Aufregung, die in der Luft liegt. Aber auch Vorfreude. Endlich ist wieder soweit – eine Bühne wird mit Leben gefüllt. Nach 2 Jahren Zwangspause darf nun endlich wieder gespielt werden. Die Theater AG, sowie der Kurs Literatur und Theater (K2) haben eingeladen und entführen das Publikum in „Das dunkle Geheimnis des Mister U“, sowie eine Collage zum Thema künstliche Intelligenz.

Und es geht gleich fulminant los: Das Jahrestreffen der Agent:Innen findet statt. Und alle präsentieren sich gegenseitig die neuesten Trends. Von Natalias (Lena Müller) „Lippenstiftschocker 3000“, der den Gegner ausschalten kann über das von Chris (Lilia Unger) präsentierte „WaffenDrumundDran“ bis hin zu Oma Gundels Kuchen, der den Nachbarn mit Wanze und Mikrofon ausspionieren soll und dem von Vivian (Chiara Bastian) angepriesenen „Alüglo“ für das Agentophon, das Wahrheiten vertuschen und sich der Umgebung anpassen kann. Für jeden Geschmack ist etwas dabei und die Agent:Innen präsentieren auf amüsante Art und Weise ihre erstaunlichen Spionagetools. Mit Selfies, Hashtags und kreativen Werbesprüchen – es wird ganz Influencer-like geworben, was das Zeug hält. Doch wozu das Ganze? Das wird dem Publikum spätestens dann klar, als Mister U (Marcel Veith) die Bühne betritt und keinen Zweifel daran lässt, dass er nichts Gutes im Schilde führt. Mit seinen selbst gebauten Robotern will er die zwei Prinzessinnen-Agentinnen von Phönixberg (Eliana Kutzer, Amelie Wagner) entführen. Doch hätte Mister U mal seine menschlichen Assistentinnen (Elly Schneider, Marlene Graf) besser behandelt. Diese wenden sich von ihm ab und programmieren die Roboter um – und das Chaos nimmt seinen Lauf. So entführen die Roboter (Sonja Decker, Sofie Böttler und Matilda Kirchler) nicht die Prinzessinnen, sondern Oma Gundel (Amelie Schmitz) und die junge Azubine Katharina (Mia Laun). Oma Gundel ist darüber so gar nicht glücklich und über die Fernbedienung ihres Spionagetools kann nicht nur ihr Ärger mitverfolgt werden („Daube Seggl, freche Luder, Rotzaff“), sondern auch ihre Position geortet werden. Bei der spektakulären Befreiungsaktion wird Mister U von den Prinzessinnen als „Onkel Uwe“ enttarnt – dem ehemaligen Kindermädchen, einem Roboter. Mit Oma Gundels Gurkenwasser („#vegan, #laktosefrei, #glutenfrei, #zuckerfrei“) und dem Gundelkuchen wird Mister U außer Gefecht gesetzt, denn diese Spionagetools sind „echte Robokiller“. Die tollen Darbietungen auf der Bühne wurden vom Publikum mit tosendem Applaus honoriert und die Theater-AG gab sichtlich erleichtert die Bühne frei für den Kurs Literatur und Theater.

In einer Collage, die aus der Inszenierung selbstgeschriebener Texte, aus Szenen angelehnt an Kurzprosa und performativen Kreationen bestand, zeigten diese dann ihr Können. Auch wenn das Thema künstliche Intelligenz sich als Leitthema des Abends fortsetzte, war der Zugang hier nochmals ganz anders. Was, wenn eine KI den Menschen das Denken abnähme. Oder was, wenn eine KI die medizinische Betreuung übernähme? Was ist eigentlich diese künstliche Intelligenz? Die Schauspieler:Innen auf der Bühne regten zum Nachdenken an. So zum Beispiel, wenn Luca (Leonie Stehr) erkennen muss, dass sie kein Mensch, sondern eine KI ist, deren Simulation abgeschaltet werden soll und ihre Existenz in einer „wunderschönen Welt“ nur fortgesetzt werden kann, weil Noah (Lilia Unger) ihre Existenz auf einem Datenspeicher gesichert hat. Doch was macht diese neue Welt so wunderschön? „Wände aus Metall“; „kein Sauerstoff zum Atmen“ „weniger von allem“ – es gab eine Katastrophe und die Welt 3000 Jahre in der Zukunft ist keine mehr, die für Menschen geeignet ist.

Was, wenn wir heimkommen und eine KI den Haushalt schon gemacht hat? Alles ist vorbereitet für das Ankommen zuhause. Ein schöner Gedanke – zunächst einmal. Doch was, wenn das Haus ein Eigenleben entwickelt? Was, wenn es seine Bewohner nicht mehr gehen lässt, weil es nur so „existieren“ kann? Mit beeindruckendem Schauspiel, starkem Ausdruck, absolut erstaunlicher Flexibilität bei Darstellung der verschiedenen Rollen und tiefgreifenden Inhalten, überzeugten Johanna Brunn, Alessia Cianci, Ioanna Giannakis, Ela Nur Incel, Zoe Keppeler, Alenica Kissner, Marilena Krohmer, Mailin Ludwig, Elin Morlok, Charlotte Schäfer, Jule Schneider, Kiara Schuber, Leonie Stehr und Lilia Unger, die von den schriftlichen Abiturprüfungen nahtlos in die Proben und Vorbereitungen dieses Theaterabends übergegangen waren.

„Was ist derzeit normal?“ formulierte die Spielleitung Susanne Resmini, die mit viel Engagement und Herzblut die beiden Theatergruppen auf den Abend vorbereitet hatte, eine Frage, die sie dann selbst beantwortete. „Alle helfen allen“, so die Antwort, die das Publikum nicht nur sehen, sondern an diesem Abend auch spüren konnte. Auch dank der Unterstützung der Technik-AG unter der Leitung von Heidrun Horn, war der Abend ein voller Erfolg und nicht nur die Darsteller:innen, sondern auch das Publikum verließ den Rundling an diesem Abend mit einem Strahlen im Gesicht. Endlich konnten die Schüler:innen wieder zeigen, was in ihnen steckt. Endlich wieder Theater!

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